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So schützen Sie Ihre Augen im kommenden Sommer

Was Sie über UV-Schäden an Ihren Augen wissen sollten

Wenn der Sommer naht und wir uns auf längere, hellere Tage freuen, denken die meisten von uns daran, ihre Haut mit Sonnencreme zu schützen. Ein Bereich, der jedoch oft übersehen wird, sind unsere Augen. Ultraviolette (UV) Strahlung schadet nicht nur Ihrer Haut – sie verursacht auch schwerwiegende, kumulative Schäden am Auge und erhöht das Risiko für Grauen Star, Makuladegeneration und sogar Augenkrebs.

Im Gegensatz zu anderen Körperteilen haben Augen nur eine begrenzte Fähigkeit, durch UV-Strahlung verursachte Schäden zu reparieren. Jede ungeschützte Stunde in der Sonne trägt zu Ihrer lebenslangen Strahlenbelastung bei, sodass Schutz nicht nur wichtig, sondern für den Erhalt Ihrer Sehkraft auf lange Sicht unerlässlich ist.

UV-Strahlung verstehen

Ultraviolettstrahlung tritt in drei Formen auf: UVA, UVB und UVC. Während UVC von der Atmosphäre absorbiert wird, erreichen sowohl UVA- als auch UVB-Strahlen die Erdoberfläche und können Ihre Augen schädigen.

  • UVA-Strahlen dringen tief ein, erreichen die Linse und die Netzhaut und tragen zur Entstehung von Grauem Star und Makuladegeneration bei.
  • UVB-Strahlen wirken auf die äußeren Strukturen des Auges ein und verursachen Erkrankungen wie Photokeratitis („Sonnenbrand des Auges“) und Pterygium.

Ihre Augen sind besonders gefährdet, da sie ständig der Strahlung ausgesetzt sind, UV-Schäden kumulativ sind und die natürlichen Schutzmechanismen begrenzt sind.

Durch UV-Strahlung verursachte Augenerkrankungen

Grauer Star
Der Graue Star, eine der weltweit häufigsten Ursachen für Sehbeeinträchtigungen, entsteht, wenn sich die natürliche Linse des Auges trübt. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass bis zu 20 % aller Fälle von Grauem Star durch UV-Strahlung verursacht oder verschlimmert werden können. Im Laufe der Zeit verändert UV-Strahlung die Proteine der Linse, was zu einem allmählichen Verlust der Sehkraft führt.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
UV-Strahlung trägt zu oxidativem Stress in der Netzhaut bei und beschleunigt die Schädigung der Makula – dem Teil des Auges, der für das zentrale Sehen zuständig ist.

Pterygium und Pinguecula
Diese Wucherungen auf der Augenoberfläche stehen in engem Zusammenhang mit UV-Strahlung. Während sie anfangs oft nur kosmetischer Natur sind, können sie fortschreiten und das Sehvermögen beeinträchtigen, was manchmal eine chirurgische Behandlung erforderlich macht.

Photokeratitis („Sonnenbrand des Auges“)
Eine schmerzhafte Erkrankung, die durch intensive UV-Strahlung verursacht wird und zu Lichtempfindlichkeit, Tränenfluss und verschwommenem Sehen führt. Obwohl sie vorübergehend ist, erhöhen wiederholte Episoden das langfristige Risiko.

Augenkrebs
Längere UV-Exposition erhöht das Risiko für Krebserkrankungen des Auges und der Augenlider, darunter Melanome und Plattenepithelkarzinome.

Wer ist am stärksten gefährdet?

  • Kinder, da ihre Augen mehr UV-Strahlung bis zur Netzhaut durchlassen
  • Menschen mit hellen Augen, da diese über eine geringere schützende Pigmentierung verfügen
  • Menschen, die im Freien arbeiten, und Sportbegeisterte, die einer höheren kumulativen Strahlenbelastung ausgesetzt sind
  • Menschen in Höhenlagen oder in der Nähe reflektierender Oberflächen, wo die UV-Intensität zunimmt

Bemerkenswert ist, dass bis zu 80 % der gesamten UV-Strahlenbelastung im Laufe des Lebens bereits vor dem 18. Lebensjahr auftreten können, weshalb ein frühzeitiger Schutz besonders wichtig ist.

Wann ist die UV-Belastung am höchsten?

Die UV-Strahlung erreicht zwischen 10 und 16 Uhr ihren Höhepunkt, bleibt aber das ganze Jahr über erheblich – selbst an bewölkten Tagen, an denen bis zu 80 % der UV-Strahlen die Wolkendecke durchdringen. Reflektierende Oberflächen erhöhen die Belastung erheblich:

  • Schnee reflektiert bis zu 80 %
  • Sand reflektiert 15–25 %
  • Wasser reflektiert 10–20 %

Das bedeutet, dass Ihre Augen nicht nur von oben, sondern auch von unten der Strahlung ausgesetzt sind.

Die richtige Sonnenbrille auswählen

UV-Schutzstandards
Wählen Sie stets eine Sonnenbrille, die 99–100 % der UVA- und UVB-Strahlung filtert. Achten Sie auf:

  • UV400-Schutz
  • die Kennzeichnung „100 % UV-Schutz“
  • die Konformität mit der Norm BS EN ISO 12312-1:2013

Dunkle Gläser bedeuten nicht automatisch besseren Schutz – ohne UV-Filter können sie die Schädigung sogar verstärken.

Abdeckung und Passform der Gläser
Achten Sie auf:

  • Wraparound-Modelle
  • Größere oder übergroße Rahmen
  • Eng anliegende Designs

Diese helfen dabei, UV-Strahlen aus allen Winkeln abzuhalten.

Mehr als nur eine Sonnenbrille: Umfassender Schutz

  • Tragen Sie einen Hut mit breiter Krempe, um die UV-Belastung um bis zu 50 % zu reduzieren
  • Suchen Sie während der Mittagsstunden den Schatten auf
  • Achten Sie darauf, dass Kinder eine Schutzbrille tragen
  • Kombinieren Sie verschiedene Maßnahmen für maximalen Schutz

Langfristiger Schutz: Mehr als nur eine Sonnenbrille

Sonnenbrillen spielen zwar eine entscheidende Rolle, doch ist es ebenso wichtig zu wissen, dass bestimmte Sehkorrekturverfahren zusätzlichen Schutz von innen bieten können.

Patienten, die sich einer Linsenersatz- oder Kataraktoperation unterziehen, profitieren von modernen Intraokularlinsen (IOLs). Dr. Stephen Hannan erklärt:

„Moderne Intraokularlinsen stellen nicht nur das Sehvermögen wieder her, sondern bieten auch einen integrierten UV-Schutz, der das Auge ein Leben lang vor weiteren Schäden schützt.“


Wann Sie einen Facharzt aufsuchen sollten

Sie sollten einen Augenarzt konsultieren, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • Plötzliche Veränderungen des Sehvermögens
  • Augenschmerzen nach Sonneneinstrahlung
  • Anhaltende Rötung oder Lichtempfindlichkeit
  • Neue Wucherungen oder Flecken am Auge

Regelmäßige Augenuntersuchungen können frühe Anzeichen von UV-Schäden erkennen, bevor Symptome auftreten.

Machen Sie UV-Schutz zu einer lebenslangen Gewohnheit

Der Schutz Ihrer Augen vor UV-Schäden ist eine der einfachsten und zugleich wichtigsten Maßnahmen, die Sie für Ihre langfristige Gesundheit ergreifen können. Die Auswirkungen sind kumulativ – aber das gilt auch für die Vorteile der Prävention.

Mit der richtigen Sonnenbrille, guten Gewohnheiten und regelmäßiger Augenpflege können Sie Ihr Risiko für Sehkraft bedrohende Erkrankungen deutlich senken – und gleichzeitig weiterhin alles genießen, was der Sommer zu bieten hat.